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Praxis für Körpertherapie Craniosacrale Osteopathie & Heilmassage
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Die Atemhilfsmuskulatur

Nehme ich einen tiefen Atemzug und berühre dabei den Bereich unmittelbar oberhalb meines Schlüsselbeines. So kann ich wahrnehmen, wie die vordere und seitliche Halsmuskulatur (musculi scaleni und der Kopfwender sternoicleidomastoideus) die obersten Rippen nach oben ziehen und somit eine Anhebung des gesamten Brustkorbs initiieren. Meine Rippen und der Raum zwischen ihnen weiten sich. Die Schulterblätter werden angehoben.

 

Die Zwischenrippenmuskulatur (musculi intercostales) unterstützen diesen Zug nach oben und die Ausweitung. Mein Bauch weitet sich. Die Bauchmuskeln (musculus transversus, musculus rectus sowie musculi obliqui interni und externi abdominis) dehnen sich nach außen.

 

Damit die Rippen (costae) sich heben und senken können, stehen sie dorsal mit den Wirbeln (vertebrae) gelenkig in Verbindung. Diese kleinen Gelenke heißen articulationes costovertebrales. Ventral führen die Rippen 1 - 7 zum Brustbein (sternum), bestehend aus manubrium sterni, corpus sterni und processus xiphoideus. Die Rippen 8 – 12 liegen ventral frei. Man nennt sie daher freie oder auch fliegende Rippen.

 

Greife ich unter meinen Rippenbogen, so ist das Absenken des kuppelförmigen Zwerchfells (diaphragma) spürbar. So werden meine Eingeweide sanft massiert.

 

Atme ich aus, so drückt das Zusammenspiel der oben genannten Bauchmuskeln (die Bauchpresse) meine Eingeweide wieder zusammen und das Zwerchfell entspannt sich, das heißt, es bewegt sich dank einer bindegewebigen Aufhängung wieder nach oben in eine Art Kuppelform. Meine Lunge erfährt so einen Druck von unten, wodurch die Luft aus diesem Atmungsorgan gepresst wird. Da unsere Lunge keine eigene Muskulatur besitzt, ist sie auf die Unterstützung von Rumpf- und Halsmuskulatur – der Atemhilfsmuskulatur - angewiesen.

 

Die inneren Zwischenrippen-Muskeln (musculi intercostales interni) ziehen meinen Brustkorb wieder nach unten und verengen so den Brustkorbinnenraum. Meine Halsmuskulatur entspannt sich wieder.

 

Beginne ich zu husten, so spüre ich im Moment des Luftausstoßes, wie der Beckenboden (diaphragma pelvis) mitarbeitet – er zieht sich rasch zusammen. Beim raschen Luftausstoß kann ich auch die Kontraktion meiner Rückenmuskulatur (zum Beispiel des musculus latissimus dorsi – des breiten Rückenmuskels) wahrnehmen.

 

Gerate ich außer Atem wie etwa beim Joggen, so kann ich nach dem Laufen meine Arme in leicht gebückter Körperhaltung auf meine Oberschenkel stützen. So werden meine Schulterblätter fixiert, was wiederum eine Mitarbeit der Brustmuskulatur (musculi pectorali) beim Atmen verstärkt.

 

Bei einer tiefen Brustatmung kommt die Brustwirbelsäule bei der Einatmung in eine Streckung, wodurch sich die Schultern heben. Die Kyphose wird also flacher.

 

Bei der Ausatmung verstärkt sich die Kyphose wiederum, das heißt, die Brustwirbelsäule krümmt sich wieder mehr (Flexion). Die Schultern senken sich.


Die Atemhilfsmuskulatur ist also ein Zusammenspiel von unzähligen kleinen und größeren Muskeln.